Und genau da waren wir jetzt gerade mal ein paar Tage und haben uns ein bisschen umgeguckt. Das war unsere Tour:
- Melbourne - Perth: Tigerairways ist echt billig und jetzt weiß ich auch warum. Die haben Gartenstühle im Flieger und man muss selbst aufs Rollfeld laufen. Aber wir sind heile angekommen und auch fast pünktlich geflogen. Essen gab's natürlich keines - gut für die Figur. Und wie immer: Australier in Shorts, T-Shirt und Unterhosenschuhen. Frieren kennen die nicht. Wir trugen Fleece und Schal.
- Sightseeing in Perth: Christmas Day (also der 25.12.) ist hier in diesem Land alles zu. Wirklich alles. Sogar die Lebensmittelläden, die sonst immer rund um die Uhr auf haben. Auch Restaurants. Alles zu. McDonalds hat offen - Gott sei Dank. Leider schlecht für die Figur. Das Perth City YHA macht ein prima Frühstück und dann tapern wir den ganzen Tag durch Perth und Kings Park. Wirklich viel zu sehen gibt es eigentlich nicht. Wie gesagt: Sogar Cafés haben zu. Statt Turkey gibt es Hummer, Muschel und Co. im einzigen offenen Restaurant, das wir finden konnten. Und nein, Austern schmecken einfach nicht. Gar nicht.
- Sonnenbaden auf Rottnest Island: Diese Insel hat eine traurige Vergangenheit als Sträflingskolonie für Aboriginies (Lesematerial eins, zwei, drei) und wurde erst vor gar nicht allzu langer Zeit - ironischerweise - zum Ferienparadies erklärt. Die schicken Motorboote mit dröhnender Tanzmusik bilden einen etwas merkwürdigen Kontrast zur Schönheit der Natur, aber der gemeine Australier wird eben nicht glücklich wenn kein Motor dran, Bier drin und Steak drauf ist. Die gemeine Sonja und Tina dagegen werden glücklich, wenn sie sich im Dezember bei 36 Grad im Schatten in türkiesblauem Wasser kühlen können. Der gemeine Philipp, wenn er Quokkas füttern kann und der gemeine Alex wenn er mit großen Fischen schwimmen kann. Alle glücklich!
- Bildung im Aquarium: Das Aquarium of Western Australia ist ganz schön gemacht, zeigt aber nichts Neues. Drumherum gibt es allerdings kilometerlange Sandsträne, die zum Surfen und in der Sonne brutzeln einladen. Und ja, nach 2 Tagen hat man genug von 40 Grad im Schatten. Erstaunlich aber wahr. Gott sei Dank hatte unser Ungetüm von Auto eine tolle Klimaanlage. Und nen DVD-Bildschirm für die Rückbank. Da musste man sich wenigstens nicht die schöne Umgebung ansehen.
- Dünen in Lancelin: Nördlich von Perth gibt es noch viel mehr Sand. So viel, dass die Dünen daraus gemacht haben und mit abartigen Off-Road-Monstern die 40%+ Gefälle rauf- und runterdonnern. Und da ja Dezember ist, waren wir auch Boarden. Philipp sogar so erfolgreich, dass er sich jetzt mit einer neuen Platzwundennarbe auf der Stirn schmücken kann. Der Dickkopf wollte dahin, wo Sand war und der war härter ... Die Lancelin Lodge hat tollste Hängematten, in denen es sich prima schlafen lässt, bis der Lärm der nachtaktiven Tierchens einen wecken. Und wehe ich finde den, der - sicher aus lieb gemeinter Rücksicht - meine Brille weggeräumt hatte ...
- Lebende Steine und welche in der Wüste: Nach Cervantes geht es jetzt schneller. Denn dankeswerter Weise hat der Staat Western Australia den Indian Ocean Drive rechtzeitig für unseren Urlaub fertig gestellt.
Was ist uralt, aus Stein und lebt (irgendwie)? Richtig, ein Stromatolith - lebende Fossilien. Allen anderen wäre da im Nirgenwo sicher auch langweilig, aber wenn man eh schon ein Fossil ist ... Den Rest des Abends verbringen wir tanzender Weise zwischen Steinen, die dumm aus der Erde gucken. Bisschen wie Stonehenge nur grösser und in gelb. - Schnell weiter, Nationalpark (tick), Cave (tick), Cabin (tick), unendliche Weiten (tick): Wir lernen, man muss nur laut genug danach schreien, dann sieht man es auch. Nein, nicht die Zukunft, ein Emu. Leider war niemand schnell genug mit der Kamera. Also haben wir geguckt - so mit eigenen Augen und so. Die hatten sich da schon wieder von den scheußlichsten Wandbildern unserer Perfektkabine erholt. Abenteuer heißt heute Räder in der Luft und Schotter voraus. Und dann zurück in die Zivilisation.
- Bunbury is langweilig. Und das mantra Hotel eine Preis-Leistungs-Dissonanz. Aber die Betten bequem und das Essen um die Ecke lecker. Schlafen, spazieren, Kino. Kein Feuerwerk. Brennt ja alles so leicht (schließlich sind wir nicht in Queensland). Irgendwie geht Silvester so ganz klammheimlich an uns vorbei. Wir waren wohl noch mit Gang 5 oder 6 beschäftigt. Aber der Strand ... Kategorie: Frechheit. Und Vergnügungssteuer. Beides.
- Venedig liegt in Florida in Western Australia oder Hier bleibe ich: Mandurah ist ein schönes Fleckchen. Bissi Kleingeld braucht man halt. Aber mit weniger als 300qm Dachterrasse wird es natürlich schwierig, gemütlich Platz zu finden. Dafür haben wir vollstes Verständnis und deswegen gibt es eben diese sogar für unter 2 Mio. Schnäppchen!
- Auch unter 2 Mio.... Staubmilben. Das YHA in Fremantle is am besten der Kategorie "Loch" zuzuordnen und wird seiner wundervollen Umgebung in keinster Weise gerecht. Markt, Leckeressen, Sonnenbaden. Schnell weg!
- Im Westen geht die Sonne unter: Und ein schöner Urlaub geht zu Ende. Wir lernen, dass Busfahrer hier mehr verdienen als Consultants und dass sie (deswegen) Sonderrouten für ahnungslose Touristen fahren. Museen sind "cool", weil "kalt" und "uncool" weil der seltene Megamouth Hai zu Zeit in Asbestquarantäne ist. Schön diese Zeitrafferstudie Australischer Arbeitsstruktur, "Ich arbeite, also stehe ich mal rum".
Happy New Year aus Perth!
PS: Bilder? Nö, wir doch nicht ... Naja, vielleicht doch.
Was sind denn Unterhosenschuhe?
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